Die Kaffeekirsche

Nicht immer befinden sich genau zwei Kaffeebohnen in der Kaffeekirsche. Folgendes Foto zeigt, dass neben der zweisämigen Kaffeekirsche auch ein- und dreisämige bestehen. Es gibt auch Kaffeekirschen, die mehr als drei Samen enthalten. Dies ist jedoch selten. Botanisch werden bis zu 17-sämige Varianten beschrieben.

Besonderheiten der coffea arabica (Arabica)

Die Arabica-Art hat im Laufe der Zeit durch Verbreitung, natürliche Entwicklung und ständig wachsende Produktionsmengen ungefähr 600 verschiedene Varietäten entwickelt. Eine der bekanntesten davon ist der „Coffea Arabica var. Tipica“. Der Arabica gilt als die hochwertigere der beiden am Weltmarkt wichtigsten Arten. Er enthält nur etwa halb soviel Koffein wie der C. Canephora, entfaltet dafür ein Aroma, das ihn zur wichtigsten Art seiner Gattung werden ließ. Ihr Geschmack besticht durch eine feine, fruchtige Säure und ist nur leicht herb. Arabica-Bohnen sind eher länglich (etwa im Verhältnis 2:1) und haben einen geschwungenen, S-förmigen Schnitt. Als Hauptanbaugebiete sind Mittel- und Südamerika zu nennen. Die Anbauflächen Kolumbiens liegen zu zirka 90% im Hochland, in dem fast ausschließlich Arabica angebaut wird. Sie gedeiht am besten bei ganzjährigen Temperaturen zwischen 15°C und 24°C. Die Höchstanbauhöhe wird durch den möglichen Gefrierpunkt in den Bergen bestimmt, da schon geringer Frost die Arabicapflanzen absterben lässt. Der Grund für die allgemein bessere Qualität der hochgewachsenen Kaffeearten liegt in den niedrigeren Durchschnittstemperaturen in höheren Lagen. Nach der Blüte, wenn sich die ersten Kaffeekirschen gebildet haben, wachsen diese bei niedrigeren Temperaturen langsamer. Einen gleichen Effekt bietet auch der beschattete Anbau, dadurch hat die Kirsche mehr Zeit, um Geschmack, Aroma und feine Fruchtsäuren zu entwickeln. Die Reifungszeit der Arabica-Kirschen beträgt im Schnitt sechs bis neun Monate.

Besonderheiten der coffea canephora (Robusta)

Aufgrund ihrer hohen Widerstandsfähigkeit gegen Kaffeerost wird die Pflanze von Kaffeebauern sehr geschätzt; sie ist unempfindlicher gegenüber Parasiten, Krankheiten und Hitze. Diesen Eigenschaften verdankt sie auch ihren Namen. Ihre Reifezeit beträgt trotz höheren Durchschnittstemperaturen, neun bis elf Monate. Die Bohnen der C. Canephora Pflanze sind kleiner als die der Arabica, eher rundlich und mit geradlinigem Schnitt. Ihr Geschmack ist deutlich herber und würziger als die der Arabica und haben kaum Säure. Die wichtigsten Anbaugebiete neben West- und Zentralafrika liegen in Südostasien; vereinzelt wird C. Canephora (u.a. die Varietät Conillon) auch in Brasilien angebaut. Da die C. Canephora Pflanze höhere Temperaturen bis zu 30°C toleriert, eignet sich diese Coffea-Art gut für den Anbau in niedrigeren Lagen.